SZ 15.09.2026
13:35 Uhr

(+) Oberleitungsschaden: Münchner S-Bahn-Stammstrecke komplett gesperrt – zwei Züge mit 150 Passagieren evakuiert


Wegen Reparaturen an der Oberleitung kommt es am Dienstagmorgen zu großen Störungen im S-Bahn-Netz. Pendler müssen auf Ersatzverkehr ausweichen. Nur langsam entspannt sich die Lage. Verkehrsminister Bernreiter übt scharfe Kritik an der Deutschen Bahn.

(+) Oberleitungsschaden: Münchner S-Bahn-Stammstrecke komplett gesperrt – zwei Züge mit 150 Passagieren evakuiert
Die S-Bahn-Stammstrecke ist noch immer weitgehend gesperrt. Züge mussten auf offener Strecke evakuiert werden.
Foto: Robert Haas

Auf der Stammstrecke der Münchner S-Bahn kommt es seit Dienstagmorgen zu massiven Störungen, die zu Verspätungen und Ausfällen führen. Grund dafür ist eine Reparatur an der Oberleitung in Laim. Die Stammstrecke ist derzeit zwischen Pasing und Ostbahnhof gesperrt. Der Schaden sei gegen 7.50 Uhr entstanden, teilte die Deutsche Bahn (DB) mit. Am Nachmittag hieß es, die Einschränkungen dauerten voraussichtlich noch bis in den Berufsverkehr. Der Bahnhof Pasing bleibe teilweise gesperrt.

Auf einem Gleis zwischen Laim und Pasing sei es am Morgen während der Fahrt einer S-Bahn zu einem Kurzschluss gekommen, teilte die Bahn mit. Dabei sei die Oberleitung beschädigt worden. Die Ursache sei unklar, Sabotage oder mangelnde Instandhaltung kämen nach aktuellem Stand nicht infrage. Möglicherweise habe eine Verkettung mehrerer Umstände dazu geführt, dass eine S-Bahn die Oberleitung beschädigte.

Aufgrund der Störung waren zwei Züge zwischen Pasing und Laim auf offener Strecke liegengeblieben, wie ein Bahnsprecher mitteilte. Die Passagiere mussten beide S-Bahnen verlassen. Zur Unterstützung wurde die Feuerwehr gegen 8.52 Uhr alarmiert. Sie holte einer ersten Schätzung zufolge rund 150 Menschen auf offener Strecke aus den Waggons. Bevor die Arbeiten an der Oberleitung beginnen könnten, müssten erst die Fahrzeuge aus dem stromlosen Abschnitt abgeschleppt werden, hieß es.

Nicht betroffen war nur die Linie S 7, die jedoch nicht auf der Stammstrecke fährt. Gegen 11.15 Uhr konnten zumindest einzelne Linien den Betrieb wieder aufnehmen.

Der Stand auf den einzelnen Strecken – und wo Passagiere noch immer auf U-Bahnen, Busse und Trams ausweichen müssen:

Die S1 verkehrt wieder auf dem Regelweg durch die Stammstrecke.

Die S2 verkehrt wieder auf dem Regelweg durch die Stammstrecke.

Die S5 verkehrt nur Kreuzstraße ↔ Ostbahnhof.

Die S7 verkehrt auf dem Regelweg Wolfratshausen ↔ Hauptbahnhof, Gleis 36

Die S8 verkehrt auf dem Regelweg über die Stammstrecke und hält in beiden Richtungen in Laim an Gleis 2.

Die Bahn teilt mit, dass DB-Fahrscheine für die Dauer der Störung in den Verkehrsmitteln der Münchner Verkehrsgesellschaft, also U-Bahn, Bus und Tram anerkannt werden.

Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) reagierte auf das Chaos am Morgen mit scharfer Kritik an der Deutschen Bahn. Diese gebe „ein erbärmliches Bild ab“. Die Bahn habe sich auf das erhöhte Pendleraufkommen am ersten Schultag nach den Sommerferien offensichtlich nicht eingestellt. Das Unternehmen sei für die Instandhaltung der Infrastruktur verantwortlich. Der Zustand der Münchner S-Bahn-Schienen sei dabei „nicht mehr tragbar“, heißt es in einer Pressemitteilung. Er verlange eine „konsequente Aufklärung“, wie es zu diesem „Kollaps“ habe kommen können.

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